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Unsere Miriam der Tiroler Weibergeschichten erzählt uns genau, warum sie die Pilotenausbildung machen möchte…

Wie in den Weibergeschichten Teil 8 beschrieben, hatte ich als Kind diese Flugträume. Sehr bald schon merkte ich, dass diese so erhebend waren, dass ich sie auch in meine Tagträume übernehmen wollte. So liebte ich es, stundenlang auf dem Bett zu liegen und meine Phantasien über schöne Prinzessinnen und Helden, die sie aus großen Gefahren befreiten, auszuspinnen.

Ich beschloss damals auch, meine individuelle Pilotenausbildung zu absolvieren. – Und ich ergatterte sogar den Pilotenschein für Fortgeschrittene.
Wenn ich nun so dalag, war ich zunächst mit großer Überwindung dazu imstande, mir das prickelnde Gefühl vorzustellen, wie es war, hinten im Auto zu sitzen, wenn mein Vater am Steuer war. Immer wieder führte er mir zuliebe Manöver durch, die mir eine prickelnde Mischung aus Angst und Sicherheit vermittelten. Ich genoss es sehr, wenn er Gas gab, bevor wir über eine Straßenschwelle fuhren. Dies war ein Adenalinkick im Bauch, den Sie vielleicht kennen, wenn Sie schon einmal mit der Achterbahn gefahren sind. Kurz bevor es wieder im Steilflug abwärts geht …... Sie wissen aber gleichzeitig, dass ihnen nicht wirklich was passieren kann.

Sobald ich also nun dieses berauschende Gefühl herbeigerufen hatte, fing ich an zu schweben. Ich spürte, wie mein Körper den Kontakt zu meiner Unterlage verlor. Ich stieg langsam immer höher, bis ich an die Decke des Zimmers stieß. Dort konnte ich mich einerseits an der Schwelle zur absoluten Freiheit spüren, andererseits sah ich mich selber von außen, wie eine zweite Person. Nun kam die nächste Hürde. In vielen Stunden erlernte ich irgendwie, die Decke sanft zu durchstoßen, um wie ein Adler mit ausgebreiteten Schwingen an Telefonmasten vorbei über die Landschaften zu segeln.

Es war ein unvergleichliches Gefühl von Allmacht und Unverletzbarkeit, das mich dann immer durchströmte. Alle Sorgen waren wie weggeblasen- die Euphorie war so stark, dass ich sie heute noch körperlich und seelisch nachempfinden kann.
Komischerweise kann ich mich nur mehr noch an meine Emotionen, nicht aber an meine Technik erinnern, die ich immerhin über viele Jahre hinweg beherrschte. Irgendwie scheint mir diese Fähigkeit mit dem Erwachsensein abhanden gekommen zu sein. Nicht aber die unstillbare Sehnsucht, diese starken Empfindungen wieder spüren zu wollen.

Vielleicht nehme ich mir ja nur nicht die Zeit dazu, stundenlang auf dem Bett liegend zu träumen? Aber ich könnte eine Pilotenausbildung bei Heli Transair EAS machen. Die Rundumaussicht in einem Hubschrauber ist so enorm, dass man da wahrscheinlich noch viel mehr das Gefühl hat, selber zu fliegen, als in einem Flugzeug. Und – viel besser noch: ich könnte auch meine Liebsten durch meine Fluglizenz daran beteiligen, und sie dadurch an meinen Kindheitsträumen teilhaben lassen…..

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PS: Die Tiroler Weibergeschichten handeln von drei Tiroler Freundinnen, die über ihr Leben, ihre Erlebnisse und ihre Vorlieben schreiben. Die Personen gibt es in Wirklichkeit und auch ihre Geschichten bergen einen wahren Kern. Zur Sicherung der Privatsphäre wurden allerdings die Namen und die persönlichen Daten geändert.

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1 Kommentar auf “Warum Miriam beschloss eine Pilotenausbildung zu absolvieren – Tiroler Weibergeschichten Teil 9”

  1. Claudia sagt:

    Oh ich kenne diese Flugträume aus meiner Kindheit. Schade,dass diese auch bei mir mit der Pubertät aufgehört haben. Eine Pilotenausbildung würde ich mir nie zutrauen, aber von Hubschrauber bin ich auch sehr fasziniert.
    Die Tiroler Weibergeschichten gefallen mir sehr gut, freue mich schon auf weitere Geschichten.
    Herzliche Grüße aus Hamburg von Claudia

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